Schon als Kind liebte ich Pferdebücher und träumte von einem eigenen Pony, aber so richtig ist meine Liebe zu Pferden eigentlich mit meiner Tochter entstanden.

Ich bin als Kind zwar auch ein bißchen geritten wie viele Mädchen, aber erst als Mareike der Pferdevirus packte wurde auch mein Interesse stärker.

Sie begann mit ungefähr sechs Jahren zu reiten und tat dann für die nächsten zwölf Jahre eigentlich nichts anderes.

Als sie zehn Jahre alt war bekamen wir Bronco. Er war ihr ganz großes Glück. 1, 20m groß, ein Schwarzschecke mit einem großen Kopf und ordentlich Behang an den Beinen.

Er ist keine Schönheit, aber er ist ein Traumpony und was haben wir alle für einen Spaß mit ihm gehabt und haben es immer noch.

Mareike hat praktisch auf ihm gelebt und nachdem wir herausgefunden hatten, daß er auch eingefahren war, machten wir die wunderbarsten Ausflüge mit ihm. Die Eltern auf Fahrrädern und die Kinder auf der Kutsche.



Er war immer absolut zuverlässig und noch heute trägt er kleine Kinder brav durch die Gegend. Auch den ängstlichsten unter ihnen gibt er Sicherheit und Vertrauen, auf ihm besiegen sie die Angst und trauen sich den ersten Galopp oder den ersten Ausritt zu. Er ist einer unter tausend.

Mittlerweile ist er dreißig Jahre alt, ein heißgeliebtes Familienmitglied und der Senior unserer kleinen Herde.



Kinder werden größer, Mareike natürlich auch und irgentwann war sie zu groß für Bronco.

Nun kam Odin zu uns.

Ein sportlicher Norweger und eine echte Herausforderung.




1,47m geballte Kraft. Es hat eine Weile gedauert bis die beiden sich geeinigt hatten und an einem Strang zogen, aber dann sind sie sogar dritte in der Pony-Landesmeisterschaft in Schleswig-Holstein geworden.

Auch Odin lebt noch bei uns, er wird jetzt western geritten, ist fit und gesund, inzwischen siebenundzwanzig Jahre alt und noch immer sehr schön.




Als Mareike Abitur gemacht hatte, ging sie zum Studium nach Münster und nahm ihre Holsteiner Stute, die jetzt auch zur Familie gehörte, mit.

Wir zogen mit unserem Sohn ins Weserbergland in ein Haus mit Wiesen und Platz zur Pferdehaltung. So viel Platz ist immer sehr gefährlich für Tierfreunde und so zogen

mit uns auch vier kleine Shetlandponystuten ein, die nun mit Odin und Bronco eine nette, kleine Herde bildeten.




Mit ihnen wollte ich eigentlich eine Shetlandponyzucht beginnen. Leider bin ich in dieser Hinsicht auf ganzer Linie gescheitert.

Auf unserem Hof wurden sechs wunderbare Fohlen geboren. Wir haben diese Zeit wirklich genossen und haben viele schöne Erlebnisse mit ihnen gehabt, wie z.B. eine Fohlengeburt in Anwesenheit von Kindern. Aber wer züchten will muß auch verkaufen können. Und das fällt mir so furchtbar schwer.

Und so leben unsere Fohlen noch immer hier, mittlerweile sind sie erwachsen, alle werden geritten und gefahren und das Züchten habe ich wieder aufgegeben.

Unsere Herde zählt nun dreizehn Ponys plus eine Oldenburgerstute, die bei uns untergestellt ist.

Einmal in der Woche kommen Mütter mit ihren kleinen Töchtern und gehen zusammen spazieren . Die Mädels reiten und die Mamas führen die Ponys. Das macht allen großen Spaß.





Außerdem kommen noch ein paar größere Mädchen zum Reiten und zum Fahren. Die Füße pendeln zwar schon ziemlich dicht über dem Boden, aber sie sind alle leicht und so tragen die Shettys sie völlig problemlos. Und es macht wirklich Spaß zu sehen, wie so eine wilde Horde dann los galoppiert.





Dies hier war immer mein Kindertraum und ich freue mich jeden Tag aufs neue über meine Ponys und darüber, daß jetzt andere Kinder ihren Spaß an und mit ihnen haben.